Leistungen
Bei hartnäckigen Beschwerden trotz der Anwendung von Tränenersatzmitteln und Lidrandmassage bieten wir eine Spezialsprechstunde zur erweiterten Diagnostik und Therapie der Benetzungsstörung an.
In diesem Rahmen wird durch speziell geschulte MitarbeiterInnen zunächst eine sehr viel genauere Analyse Ihrer Beschwerden durchgeführt. Anschließend erfolgen zusätzliche Untersuchungen der einzelnen Anteile Ihres Tränenfilms. So kann genauer festgestellt werden, welche Form des trockenen Auges bei Ihnen vorliegt und welche Therapie für Sie individuell die Erfolgversprechendste ist.
Flyer „Lidrandentzündung“ (PDF)
Der Tränenfilm besteht aus 3 verschiedenen Schichten. Direkt auf dem Auge liegt die sogenannte Muzinschicht (Schleimschicht), deren Sekret in den Becherzellen der Bindehaut gebildet wird. Diese geht in die wässrige Schicht über, deren Gehalt aus der Tränendrüse kommt. Darauf aufliegend befindet sich als äußere „Kapsel“ die Lipidschicht (Fettschicht), die die Tränenflüssigkeit vor Verdunstung und Abfließen schützt. Die Lipidschicht bildet sich aus dem Sekret der Meibomdrüsen.
Eine sogenannte Meibographie erlaubt die Darstellung der Meibomdrüsen der Lider. Da eine chronische Stauung der Meibomdrüsenausführungsgänge auf lange Sicht zu einem unwiderruflichen Verlust der Meibomdrüsen führen kann, ist damit nicht nur eine Aussage über den Schweregrad der Erkrankung zu treffen, sondern hat auch einen Einfluss auf die Therapieempfehlung.
Der erste Schritt ist in der Regel die Anwendung von Tränenersatzmitteln, den sogenannten „künstlichen Tränen“. Hierbei gibt es eine immense Auswahl an verschiedenen Präparaten und man findet oft erst durch Austesten verschiedener Sorten das optimale Präparat.
Am besten geeignet sind insbesondere Tränenersatzmittel ohne Zusatz von Konservierungsstoffen, da diese relativ häufig zu Allergien führen.
Führt die gelegentliche Anwendung bei Beschwerden zu keiner ausreichenden Besserung, sollte eine regelmäßige Anwendung, z.B. 4x/täglich versucht werden.
Bei ausgeprägtem Reiz ist auch eine bis zu stündliche Anwendung möglich.
Weiterhin können Augengele oder -salben zur Nacht eine sinnvolle Ergänzung sein.
Aber auch einfache Maßnahmen wie
können eine deutliche Linderung schaffen.
Corona-Tipp: Abdichten der Maske an der Wange, um atembedingte Zugluft am Auge zu reduzieren
Sind zusätzlich die Lidkanten entzündet und verklebt, kann auch eine kurzfristige antibiotische Behandlung sinnvoll sein.
Bei ausgeprägten Formen des trockenen Auges, die viele Defekte der Hornhaut (Keratitis punctata superficialis) aufweisen und keine Besserung durch Tränenersatzmittel zeigen, werden wir weitere konservative Behandlungsmöglichkeiten individuell mit Ihnen besprechen. Dazu können entzündungshemmende Augentropfen (Cortison oder Cyclosporin AT) oder sogar aus eigenem Blut gewonnene Augentropfen (Eigenserum-AT) hilfreich sein.
Bei unzureichender Funktion der Meibom-Drüsen ist die regelmäßige Massage und Reinigung der Lidränder und damit der Drüsen sinnvoll. So kann eine Verbesserung der Funktion und damit eine ursächliche Behebung des Problems gelingen. Eine Anleitung dazu finden Sie im Flyer vom Augenärztlichen Berufsverband.
Zur Behandlung der häufigsten Form des trockenen Auges, die auf einer Dysfunktion der Meibomdrüsen beruht, gibt es die innovative Möglichkeit der Pulslichttherapie (IRPL®-Therapie = intense regulated pulsed light). Diese moderne Therapie erfolgt mit dem E-Eye Gerät, welches als einziges Gerät auf dem Markt für die Behandlung der Meibomdrüsen-Dysfunktion zertifiziert ist. Durch eine Stimulierung der Meibomdrüsen kommt es bei ca. 86% der Patienten zu einem bis zu 3 Jahre anhaltenden Rückgang der Beschwerden durch eine Verbesserung der Tränenfilmqualität.
Um die Augen und die vorhandenen Meibomdrüsen auf die IRPL-Behandlung vorzubereiten, werden diese via Wärmebehandlung zuerst erwärmt und anschließend mit einer speziellen Pinzette behandelt. Durch die Wärme entspannt sich der Augenbereich und die anschließende Expression der Meibomdrüsen erfolgt schmerzfrei und unkompliziert. Durch das Entfernen der Talgverstopfungen in den Drüsen erhöht dies die Wirksamkeit der Behandlung deutlich und stellt im Behandlungsplan ein unverzichtbares Element dar.
Anschließend erhalten Sie eine Schutzbrille und der Bereich unterhalb und seitlich beider Augen wird durch das E-Eye Gerät via Pulslicht Technologie (IRPL-Behandlung) bestrahlt. Die so stimulierten Nervenfasern führen zu einer verstärkten Lipidproduktion der Meibom-Drüsen. Dadurch wird der stauungsbedingte Entzündungsreiz der Drüsen reduziert und der Tränenfilm stabilisiert.
Diese Behandlungsschritte finden jeweils in an drei festgelegten Terminabständen zwei Wochen nach der ersten Behandlung und 4 Wochen nach der zweiten Behandlung statt. Optional gibt es die Möglichkeit in Absprache zwischen Arzt und Patient:in einen weiteren Termin, welcher 4 Wochen nach der dritten Behandlung wäre, zu planen.
Zur Verlaufskontrolle planen wir im Anschluss an die Therapie einen weiteren Termin, bei dem erneut die Beschwerden erfragt und der Tränenfilm mit seinen zugehörigen Bestandteilen untersucht werden.
Private Krankenversicherung
Die privaten Krankenkassen übernehmen in der Regel die Kosten für die Diagnostik und IRPL®-Therapie (E-Eye). Hierzu raten wir, vorab die Kostenübernahme mit der jeweiligen Versicherung vor dem Behandlungsbeginn zu erfragen.
Gesetzliche Krankenversicherung
Bislang werden die Kosten für die Behandlung der IRPL®-Behandlung (E-Eye) nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Alle gesetzlich Versicherten können als Selbstzahler diese Leistungen erhalten.
Wir bieten die Sicca-Sprechstunde in unserer Praxis in Kiel an.
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